„Hilf mir, es allein zu tun.“ (Maria Montesorri)

Psychologie Apps- Welche passt zu mir?

Überlegst du dir auch manchmal: „Gibt es Psychologie Apps kostenlos?“ oder „Welche App ist die beste gegen Depressionen?“. Sicher wirst du gleich gemerkt haben, dass es ein sehr großes Angebot gibt und die Auswahl einer passenden Psychologie App oder Selbsthilfe App gar nicht so einfach ist. Vielleicht interessierst du dich für eine Therapie App oder fragst dich, ob Selfapy oder Krisenkompass kostenlos ist? Oder bist du eher der Typ für Achtsamkeits- und Mediationsapps? Im Internet findest du ein Dickicht an Infos über Selfcare Apps, apps for meditation, affirmations apps oder eine gute Meditationsapp. Oft gepaart mit der Frage, welche Therapie App ist die beste und ist sie kostenlos? In diesem Artikel geht es um Selbsthilfe- und Gesundheitsapps, die im Internet auch oft unter dem Stichwort Psychologie- oder Therapieapp gesucht werden. Du erhältst Lifehacks die dir helfen sollen eine gute und sichere App zu finden, damit du keinen unsicheren oder ausbeutenden Apps zum Opfer fällst. Darüber hinaus erhältst du Entscheidungshilfen zum Thema: Solo Selbsthilfe per App oder lieber eine echte Psychotherapie/Beratung?

Übersicht des Artikels

Die Suche nach der besten Therapie App- Wie kann ich seriöse Apps erkennen?

Weltweit und in Deutschland nimmt die Nutzung von Gesundheitsapps zu. Laut dem Branchenverband Bitcom nutzten im Jahr 2017 bereits 45% der Deutschen Gesundheitsapps. Ein Großteil der angebotenen Apps sind keine geprüften DIGA -Apps.[1] DIGA sind staatlich zugelassene digitale Gesundheitsanwendungen, aber dazu im übernächsten Kapitel mehr.

Wer Therapie Apps googelt oder in seinem Appstore sucht, wird von Anzeigen und Möglichkeiten überhäuft. Erstmal eine gute Nachricht. Angebote gibt es genug. Aber welche Anbieter sind wirklich seriös und haben gute Gründe dafür, dass ihre App in der Lage ist zu helfen? Zu Beginn der Recherche wollten wir für euch voller Elan einen Kriterienkatalog mit guten und schlechten Apps präsentieren. Aber Pustekuchen. Die Entwicklung von Selbsthilfe- und Gesundheitsapps ist sehr dynamisch und findet zwischen ökonomischen Kräften, die mit Apps Gewinn erwirtschaften wollen und politischen Kräften statt, die versuchen dies zu regulieren und Standards zu entwickeln. Dieser Prozess ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Aktuell gibt es ein Dickicht an Psychologie Apps und leider auch ein ebenso wenig durchschaubares Nebeneinander von Kontroll- und Überprüfungsmethoden, so, dass wir nicht einfach „gute und schlechte“ Apps für dich ausweisen können. Daher haben wir haben dir Lifehacks für die Suche nach einer Selbsthilfe oder Gesundheitsapp entwickelt, die dir die Auswahl erleichtern soll. Davor findest du ein Kapitel, indem die Frage nach App oder persönlicher Hilfe gestellt wird, falls du dich fragst: „Soll ich persönliche Hilfe oder eine Psychologie App in Anspruch nehmen“

[1] https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/DVS-Berichte/gesundheitsapps.pdf?__blob=publicationFile&v=2

App oder persönliche Hilfe?

In der Fachwelt wird erhitzt debattiert, ob Apps eine sinnvolle Alternative zu professionelle Hilfe durch Menschen sein können. Die Einen sagen, dass eine App eine gute Alternative sein kann, weil der Zugang zu einer Therapie oft lange dauert und auch nicht von allen Menschen gleichermaßen beansprucht wird. Manche gehen sogar über dieses Argument hinaus und sagen, dass Apps die bessere Unterstützung sind, weil sie keine menschlichen Fehler wie bspw. Gedächtnislücken haben. Eine lupenreine Therapie nach Vorschrift ohne menschlichen Makel sozusagen. Die Anderen sagen, dass eine App niemals eine professionelle Hilfe ersetzen kann, weil der Kern eines Hilfeprozesses das Erleben einer hilfreichen Beziehung von Mensch zu Mensch ist. Studien zur Wirksamkeit verweisen Schulenübergreifend auf den Konsens, dass die Beziehung einer der zentralen Wirkfaktoren von Psychotherapie ist. Wie und ob eine Computer-Menschbeziehung in Form einer Hilfeapp konstruktiv sein kann, ist heute noch nicht abzusehen. Die Kritiker*innen von Gesundheitsapps betonen auch, dass diese Apps von den Krankenkassen benutzt werden, um Geld zu sparen. Diese sind deutlich billiger als eine ambulante oder gar stationäre Psychotherapie.

So viel zur aktuellen Debatte. Aber was mache ich jetzt? In welche Hände lege ich meine Probleme und Sorgen? App oder Mensch? Wir können und möchten dir keine universalgültige Empfehlung aussprechen. Es kommt sehr auf deine individuelle Situation an. Unsere Haltung ist, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll ist, sich nur auf eine App zu verlassen und deswegen keine persönliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine App kann aber eine wichtige Stütze als Ergänzung zu einer Therapie / Beratung sein oder die Wartezeit für einen Therapieplatz erleichtern und dir bereits etwas helfen. Denn man weiß auch aus der Forschung, dass deine eigene Motivation für eine Veränderung in deinem Leben ein wichtiger Wirkfaktor für therapeutische Veränderung ist. Wir finden es erstmal richtig gut, wenn du motiviert bist, etwas für dich zu tun und du Erfahrungen mit einer App machen willst.

Welche Dinge du bei der Auswahl und Nutzung einer App unbedingt beachten solltest, findest du im Verlauf des Artikels. Im nächsten Kapitel findest du eine Information zu Digitalen Gesundheitsanwendungen (DIGA).

Was ist der Unterschied zwischen einer DIGA und einer Psychologie App?

Eine Digitale Gesundheitsanwendung (DIGA) kann von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen verschrieben werden, um die Diagnostik und Behandlung zu unterstützen. Eine DIGA wird von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Du musst dafür nichts bezahlen. Wenn ein Unternehmen oder Universität ihre APP als DIGA einstufen will, wird diese nach verschiedenen Kriterien wie Wirksamkeit, Datenschutz u.v.m. streng überprüft. Im Appstore oder Playstore werden DIGA nicht extra gekennzeichnet. Daher ist es gut, diese vorher zu recherchieren: https://diga.bfarm.de/de

Lifehack Therapie Apps- So findest du gute und seriöse Angebote

Du hast dich für die Nutzung einer App als Hilfemethode entschieden? Hier ein paar wichtige Lifehacks, die eine sichere und hilfreiche Nutzung begünstigen.

 

Lifehack Nr. 1: Nutze DIGA

Hier besteht die höchste Sicherheit, dass dieses Produkt sicher helfen kann und keine Daten missbraucht. Es handelt sich um ein Medizinprodukt zur Behandlung psychischer Erkrankungen, welches in Absprache mit einer Fachkraft aus dem Gesundheitswesen abgesprochen werden muss. Sprich deine Ärzt*in oder Therapeut*in darauf an! Hier findest du DIGA´s: https://diga.bfarm.de/de/verzeichnis . Gib den Reiter „Psyche“ an und schon kannst du die Apps einsehen.

Lifehack Nr. 2: Check deine App

  • Du kannst die App deiner Wahl mit dieser hilfreichen Checkliste vom Aktionsbündnis Patientensicherheit überprüfen: https://www.aps-ev.de/app-checkliste/
  • Du kannst auch mit der unabhängigen Patientenberatung online oder per Telefon über die Auswahl einer App sprechen: https://www.patientenberatung.de/de
  • Nutze Apps Sozialer Träger: Deren Selbsthilfeapps basieren auf langjähriger Erfahrung für bestimmte Hilfethemen, die aber nicht im medizinischen System sind. Ein gutes Beispiel ist die „Krisenkompass App“ der Telefonseelsorge. Die Selbsthilfe App der sozialen Träger sind keine DIGA und damit auch kein überprüftes Medizinprodukt. Dennoch ist eine App von Sozialen Trägern sehr zu empfehlen, da diese ausgewiesene Expert*innen für deine Hilfethemen sein können. Bekannte Wohlfahrtsträger sind die Caritas, die Diakonie, IN VIA, der Paritätische Wohlfahrtsverband, Pro Familia, Wildwasser, Arbeiterwohlfahrt (AWO), Suchtberatungsstellen, Nummer gegen Kummer, Telefonseelsorge oder Andere. Wie findest du heraus, ob die App von einem sozialen Träger kommt? Klicke auf das Impressum der Website oder suche den Anbieter deiner App aus den Informationen im App- und Playstore.
  • Eine generelle Vorsicht ist bei kommerziellen Anbietern aus Google- und Socialmediawerbung geboten, da deren oberstes Ziel die Erwirtschaftung von Gewinnen ist und nicht wie bei medizinischen und sozialen Anbietern in erster Linie das Wohl der Menschen.
  • Schau dir im Playstore und im Appstore die Bewertungen anderer User*innen an. Mehrheitlich gute Bewertungen sind ein Indiz für eine positiv erlebte Nutzung. Es sagt aber noch nichts über Datenschutz und Kostenfallen aus😉

Lifehack Nr. 3 -Checke die App deiner Krankenkasse

Die Krankenkassen bieten teilweise nur für ihre Mitglieder besondere Psychologie oder Therapie Apps und auch Onlinetrainings für die psychische Gesundheit an. Diese sind in der Regel für die Mitglieder kostenlos. Google deine Krankenkasse und mache dich schlau! In der Regel kannst du bei den Krankenkassen davon ausgehen, dass die Programme und Apps auf ihre Wirksamkeit und überprüft worden sind.

Lifehack Nr. 4 : Setz dir ein Limit

Du hast dir eine App besorgt? Klasse, du tust etwas für dich! Wenn du dir ohne die Hilfe durch Professionelle mit einer App helfen willst, solltest du dir ein Zeitlimit setzen und ehrlich mit dir sein. Die Bereitschaft etwas zu tun hast du bereits und das ist eine grundlegende Voraussetzung, dass es dir bessergehen kann, super! Wenn du „solo“ mit einer App startest, empfehlen wir ein Zeitlimit zu setzen, um zu überprüfen, ob es dir deutlich besser geht. Ein Zeitraum von 4-12 Wochen halten wir dafür geeignet. Wenn es dir dann immer noch schlecht geht, solltest du den nächsten Schritt gehen und Freunde, Familie oder Professionelle Helfer*innen ansprechen, wie du mit deinem Problem umgehen kannst. Wenn du dir diesen Schritt nicht vorstellen kannst, aber weiterhin deine Situation verbessern möchtest, kann dir unsere anonyme Onlineberatung helfen. Wenn du dich in einer akuten psychischen Krise befindest und du Angst hast, dir etwas anzutun, solltest du immer eine sofortige Hilfe holen. Dazu kannst du per Notfallnummer die 112 für die nächste Klinik oder die Telefonseelsorge anrufen: 0800 1110111 oder 0800 1110222 oder 116 123.

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